Die Teilnehmer unserer GV mit Begleitprogramm trafen sich dieses Jahr in Romanshorn, wo das Motorschiff „St. Gallen“ wartete. Es diente als Ersatz für eine Autofähre, die sich im Unterhalt befindet. Auf der Foto steht vor der Kirche eine historische Lagerhalle am Eingang zum Hafen von Romanshorn. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Dank Reservation konnten wir uns an zwei Tischen zu ersten Gesprächen treffen und uns mit Kaffee und Gipfeli stärken. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Bei sonnigem Wetter und ruhiger See war die Überfahrt sehr angenehm. Allerdings war es wegen des Saharastaubs in der Luft sehr diesig, so dass man keine Berge und in Seemitte auch keine Ufer mehr sah. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Das Zeppelinmuseum ist im ehemaligen Betriebsgebäude des Hafenbahnhofs von Friedrichshafen untergebracht (das markante Gebäude in Bildmitte), das nach der Zerstörung im Krieg wieder originalgetreu aufgebaut wurde. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Unser Gepäck konnten wir in Schliessfächern verstauen und nach der Verteilung der Eintrittskarten stellte sich Sarah Kirchner als unsere Führerin vor. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Das 1996 eröffnete Zeppelin Museum in Friedrichshafen beherbergt die grösste Sammlung von Originalgegenständen von Zeppelinen und bietet fundierte Informationen über Technik und Einsatz dieser Luftschiffe. In der Eingangshalle steht eine Motorgondel. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Mittelpunkt ist der 1930 – 1936 erbaute Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“, der wegen des medial sehr gut dokumentierten Unfalls beim Landungsversuch in Lakehurst am 6. Mai 1937 unvergessen bleibt. Highlight ist sicher der Nachbau eines kleinen Ausschnitts des Rumpfes der Hindenburg nach Originalplänen und teils mit Originalwerkzeugen.
Starrrahmen Luftschiffe, zu denen Zeppeline zählen, sind im Prinzip eine Weiterentwicklung von Gasballonen. Zeppeline nutzen wie Ballone Gase die leichter sind als Luft (Helium, oder notfalls Wasserstoff) für den Auftrieb. Anders als bei Ballonen mit flexibler Hülle besitzen Zeppeline dank einem Metallgerüst (auf der Foto blau) eine feste Aussenform. Das Metallgerüst aus abgekanteten Aluminiumblechen war extremster Leichtbau und wirkt trotz der riesigen Dimensionen unglaublich filigran. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Als stabilste Grundform dient ein Rundkörper der in gleichmässigen Abständen mit runden Spannten und Längsverstrebungen geformt wurde. Foto: Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Aussen wurde das Gerüst mit mehreren Lagen Baumwolltuch bespannt, das mit Zelluloselack abgedichtet wurde. Als Wärmeschutz und zur optischen Wirkung wurde der äussersten Lackschicht Aluminiumpulver beigemischt. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Zwischen die Spanten wurden mit Gas gefüllte Säcke aus mehrlagig zusammengenähten Rinderdärmen eingebaut (pro Zeppelin rund 700‘000), die für den Auftrieb sorgten. Unter und zwischen diesen Säcken blieben schmale Gänge frei für die Bedienmannschaft als Zugang zu den Antriebsmotoren und als Räume für Reparaturen (Gasleck!) die man auch im Flug vornahm, ja selbst oben auf der Aussenhaut! Foto: Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Ebenfalls im unteren Bereich waren Versorgungstanks eingebaut und Raum für Nutzlast vorhanden.
Es gab mehrere Anläufe solche Luftschiffe zu bauen, doch sie scheiterten am Gewicht, oder anderen Schwierigkeiten. Die Entwicklungsbemühungen waren anfangs eher militärisch motiviert. Die Luftschiffe sollten zur Aufklärung über feindlichem Gebiet und dem Abwurf von Bomben eingesetzt werden. Mit dem Aufkommen der kleineren und wendigeren Flugzeuge wurden die Zeppeline zum einfachen Ziel und der militärische Nutzen blieb eine kurze Reminiszenz und deutlich unter den Erwartungen.
Auch Graf Zeppelin, der um 1900 in einer Holzhalle Friedrichshafen mit den Bau von Luftschiffen startete, verfolgte anfangs militärische Ziele. Als er nach Dutzenden von Fehlschlägen und nach mehreren Jahren Entwicklung endlich eine einsatzfähige Version hatte, musste er andere Einsatzgebiete suchen und schwenkte auf eine kommerzielle Nutzung mit Passagieren um. Foto: Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Gleich beim Eingang zum Museum erkennt man auf schräg gestellten Metalltafeln ein historisches Foto der Hindenburg beim Landeanflug in Lakehurst. Landungen von Zeppelinen waren selten, weshalb immer viele Schaulustige und Fotografen vor Ort waren, die dann auch gleich als Helfer agierten und sich an die heruntergelassenen Seile hängen konnten bis das Luftschiff am Landemast fest angedockt war. So entstanden die bekannten Aufnahmen. Foto: Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Bewegt man sich weiter, so kippt das Bild in die bekannte Aufnahme mit dem riesigen Feuerball. Aus militärischen Gründen verweigerte der einzige Hersteller, die USA, die Lieferung von unbrennbarem Helium, weshalb man die Gasblasen der Hindenburg mit brandgefährlichem Wasserstoff füllte. 36 Personen überlebten übrigens das spektakuläre Unglück. Foto : Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Geradeaus stehen in der Halle ein paar Oldtimerautos, die wir nicht gross angeschaut haben, die aber schon in Beziehungen zu den Zeppelinen stehen. Zum Beispiel werden Autos von Maybach und solche mit Motoren dieses Herstellers gezeigt. Speziell auf Gewichtsminimierung gezüchtete Motoren von Maybach wurden in Zeppelinen verwendet.
In einer Vitrine kann man anhand von massstäblichen Modellen die unglaublichen Abmessungen der Hindenburg erahnen im Vergleich zum Airbus A 380 (dem grössten Passagierflugzeug der Welt, das als Zwerg genau über der Hindenburg fliegt), oder dem Ozeandampfer Queen Mary. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Hebt man den Kopf, so erblickt man eine sanft gerundete silbrige Decke und erst auf den zweiten Blick die darin eingelassenen Fenster. Dieser kleine Ausschnitt aus dem Rumpf der Hindenburg bekräftigt unseren Eindruck von den gewaltigen Abmessungen im Massstab 1:1.
Anders als Gasballone, deren Reiseroute zufällig durch den Wind bestimmt wird, können Zeppeline dank Antriebsmotoren, sowie einem Höhen- und Seitenruder ihren Weg selber wählen. Die Flughöhe der Hindenburg lag bei rund 500 Meter über Boden. Man konnte zwar höher steigen, aber ohne Druckkabine wäre das rasch unangenehm geworden. Weil die Reisegeschwindigkeit maximal 120 km/h betrug, dauerte die Fahrt über den Atlantik 2 1/2 bis 3 Tage. In vier seitlich neben dem Rumpf angebauten Gondeln sorgten Motoren à 1050 PS für die Vorwärtsbewegung. Da alle Motoren dauernd überwacht werden mussten, waren die Gondeln über luftige Stege mit dem Luftschiff verbunden und wegen des Lärms und der Wärme mussten die Bediener alle zwei Stunden ausgewechselt werden.
Im unteren Bereich des Zeppelins waren Versorgungstanks (Frischwasser, Abwasser, Gas, Treibstoff) und der zweistöckige Passagierbereich eingebaut. Für den Dreischicht Betrieb inklusive Bedienung der Passagiere waren rund 50 Besatzungsmitglieder an Bord. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
In einer Vitrine machte uns Sarah anhand eines Modells auf die verschiedenen Räume im zweistöckigen Passagierbereich aufmerksam, die unten im vorderen Teil der Hindenburg einbaut waren. Reisezeiten von mehreren Tagen machen es gut verständlich, dass es für die anfangs 50, später 72 Passagiere viele Schlafkojen mit 2 Betten übereinander gab (das obere hochklappbar, das untere als Sitzgelegenheit für den Tag nutzbar. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Duschen mit Kalt- und Warmwasser, aber auch ein Gesellschaftsraum mit Fensterfront, ein Speisesaal, ein Schreib- und Leseraum (samt Postbüro mit eigenem Poststempel) machten die Reise angenehm. Im Speisesaal tischte die Küchenmannschaft frisch zubereitete exklusive Mehrgangmenüs auf speziellem Keramikgeschirr auf. Anfangs war sogar ein Piano aus Aluminium an Bord! 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Und man staune: es gab auch einen Rauchsalon, für den allerdings strenge Auflagen galten. Raucherwaren mussten an Bord gekauft werden. Feuerzeug war nicht erlaubt und nur ein Besatzungsmitglied durfte die Zigarren anzünden. Die Aschenbecher hatten einen Wassersumpf.
Danach stiegen wir über eine nachgebaute Einstiegstreppe nach oben ins Innere der rekonstruierten Fahrgastzelle. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Der nachgebaute Salon mit elektrischer Beleuchtung präsentierte sich im damals modernen Bauhausstil, was nebenbei auch Gewicht sparte. Man konnte sich am Rand auf eine Aussichtsbank setzen und durch die grossen schräg nach unten gerichteten Fenster (die man öffnen konnte) hinausschauen und in Gedanken (früher in Wirklichkeit) die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Daneben lag der Schreib- und Lesesaal mit Postbüro (der Kasten links). Briefe wurden zwar an Bord abgestempelt, aber für lokale Frankaturen war man auf Helfer am Boden angewiesen. Man warf die Briefe ab mit einem grosszügig bemessenen Geldstück und der Bitte dass der Finder mit dem Geld den Brief auf der nächsten Post aufgebe und das Wechselgeld für seinen Aufwand behalten dürfe. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Gleich nebenan konnte man Zweierkabinen für Passagiere besuchen, alle mit fliessendem Warm- und Kalt Wasser! Angesichts dieses Komforts wundert es nicht, dass eine solche Reise 1000 Reichsmark kostete, was 6 Monatsgehältern eines Facharbeiters z.B Maschinisten entsprach! 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Zur Abrundung stehen in einer weiteren Halle grosse Vitrinen mit vielen Modellen und Originalstücken von Zeppelinen und anderen Luftschiffen und führten uns zusammen mit historischen Fotos nochmals die ganze Geschichte vor Augen. Hier eine originale Sitzbank. Zur Gewichtsreduktion natürlich mit gelochtem Aluminiumgerüst… 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Messgerät zur Navigation (Bestimmung der Position). 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Eine originale Uniform hat etwas gelitten, zeugt aber trotzdem vom ehemaligen Prunk, aber auch von den militärisch geprägten Zeiten. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Uhr aus der Hindenburg vor (Foto) und nach der Brandkatastrophe… Im Feuerball wurde es so heiss, dass Aluminium schmolz… 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Ein formschönes Gasleck Messgerät 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Gelungene Präsentation eines originalen Steuerrades vor einem grossformatigen Foto der Steuerkanzel. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Detail der filigranen Konstruktion aus abgekanteten und genieteten Aluminiumprofilen. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Solch dünne Aluminiumprofile wurden zu riesigen Konstruktionen zusammengefügt. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Mit so feinen Profilen wurden dann dieses atemberaubend grosse Gebilde zur Stützung der Hülle erbaut… 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Wie stabil, oder eher labil das Ganze in der Praxis war, kann man auf dieser historischen Aufnahme erkennen… Gerade sind die Längsstreben nicht wirklich… Foto : Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Auf einem weiteren historischen Foto kann man im Vergleich zu Menschen die unglaublichen Dimensionen dieser Luftschiffe erahnen… Foto : Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Ein Zeppelin (LZ 127 „Graf Zeppelin“) hat nach einer erfolgreichen Landung am Landemast angedockt. Knapp über dem Boden sichtbar: die Pilotenkanzel. Dieser Zeppelin, das Schwesterschiff der Hindenburg, hat auch einmal eine Weltumrundung gemacht. Foto : Zeppelinmuseum, Friedrichshafen (Repro: Edi Meier, Bülach)
Damit verabschiedete sich Sarah (ganz herzlichen Dank!) nach sehr spannenden und lehrreichen 90 Minuten und wir konnten uns im Museumsrestaurant an einem deftigen Mittagessen stärken für die nachmittägliche GV. 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Konzentrierte Teilnehmer an der GV im Raum mit wunderschönem Blick auf und über den Bodensee (wenn‘s denn sichtig gewesen wäre…). 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach
Wer noch einen kurzen Spaziergang auf der Uferpromenade unter die Füsse nahm, konnte auf die traurigen Überreste der letzten Eisenbahnfähre stossen, die als Eventlokal dienen… 07.03.2026 Foto : © Edi Meier, Bülach